Gelesen 7

Für 2,95 Euro habe ich das Buch „Aus Doktor Klimkes Perspektive“ von Hakan Nesser auf einem Grabbeltisch in Wohlfahrt’s Buchladen in Berlin gekauft. Das war ein absoluter Glücksgriff.

Die Bahn hat mir an diesem Tag wieder einmal gezeigt, dass sie nicht nur ein komplexes Geschäft in den Griff bekommen muss, sondern manchmal eben auch aus eigenem Verschulden die Leute verärgert. Zum Glück konnte ich an diesem Abend das gerade günstig erstandene Buch aufschlagen und es weitgehend durchlesen.

Von Nesser habe ich bereits mindestens fünf Krimis gelesen. Allesamt sehr gute Bücher mit einer absolut tolerierbaren Qualitätsspanne. In diesem Buch sind nun sechs kürzere Texte versammelt. Drei Short Stories stehen neben drei etwas längeren Erzählungen.

Erstmals fällt mir hier an Nesser auf, dass er hervorragend lakonisch bitterböse Dinge erzählen kann. So ein Stil unterhält mich sehr. Der Erzählstil ist unaufgeregt und erzeugt doch eine ungeheure Spannung. Nessers Figuren wandeln oft auf der Grenze zum Wahn entlang – und doch kann man viele der Gefühle und Gedanken sehr gut nachvollziehen.

Sehr gut zum Anlesen eignet sich die Kurzgeschichte „Das unerträgliche Weiß zu Weihnachten“. Hauptfigur ist ein Mädchen, das sich zu Weihnachten ein Hundebaby wünscht. Sie ahnt schon, das Mutti das nicht will. So plant sie eben einen Mord aus Rache. Ihre Mutter soll an Rattengift elendiglich verrecken.

Hakan Nessers „Aus Doktor Klimkes Perspektive“ ist ein guter Einstieg in das Werk des Schweden. Meine Wertung: 9 von 10 Punkten.

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Bahn-Qualen

Im Moment muss man das Gefühl bekommen, dass die Bahn die Pendler fertig machen will. Sie kämpft an zwei Fronten.

Die zugegeben oftmals auch mutwillig traktierten und damit defekten Toiletten lässt sie nun wohl gar nicht reparieren. Das erkennt man daran, dass sie die temporären gelben Zettelchen mit dem Hinweis, die Toilette sei im Moment außer Betrieb, gegen selbstklebende und deutlich besser gestaltete Aufkleber ausgetauscht hat. Die Ankündigung, man sei um eine rasche Reparatur bemüht, klingt nicht wirklich ehrlich.

Zudem werden die Züge immer voller. Im Moment ist natürlich auch urlaubsfreie Zeit. Aber die Platzverhältnisse werden auf meiner Strecke immer dramatischer – an anderen Orten der Republik ist es sogar noch schlimmer. Es fahren nicht immer mehr Leute Zug, dafür kommen immer weniger Waggons zum Einsatz.

Also: Weitere Preiserhöhungen bei sinkendem Service – irgendwann muss sich das doch sehr gut rechnen. Dann ab an die Börse.

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