Arcandor geht den vorletzten Schritt

Jetzt ist der Tourismus- und Handelskonzern Arcandor doch noch zum Bittsteller des Steuerzahlers geworden. Irgendwie hat das etwas Tragikomisches, das das Unternehmen an Staatsbürgschaften herankommen will.

Arcandor ist Opfer von Missmanagement. Das ist wieder ein typischer Fall, der Unverständnis hervorrufen muss. Warum soll der Staat/Steuerzahler diesem Unternehmen unter die Arme greifen und der Mittelstand soll gucken, wo er bleibt.

Aus Sicht des Handels: Die Metro hat schon erläutert, was sie davon halten würde, wenn man Arcandor mit Karstadt und seinen Versendern helfen würde. Dem Kaufhof geht es auch nicht besonders, aber den Gang nach Berlin will man in keinem Fall antreten, man will es aus eigener Kraft schaffen. Die Krise öffnet Wettbewerbsverzerrung Tür und Tor. Tatsächlich ist Opel ein ähnlicher Fall – nur würden die Steuerzahler eine Rettung von Opel eher verstehen, da das Thema Auto deutlich emotionaler aufgeladen ist als Handel oder Tourismus. Auch wenn es in letzterem Fall insgesamt um mehr Arbeitsplätze geht.

Arcandor und Opel dürften unter dem Strich leichtes Spiel haben, da Wahlkampf ist – und da schlägt man doch die Wünsche einer Vielzahl von Wählern nicht so gerne aus.

2 Kommentare zu „Arcandor geht den vorletzten Schritt“

  • Elisabeth sagt:

    Ich denke aber auch, dass eine Vielzahl von Wählern ihre Steuergelder nicht in solche dem Untergang verdammten Unternehmen geblasen sehen will. Viele sehen doch auch ganz klar die Verantwortung für die momentanen Situationen dieser Unternehmen bei Entscheidungsträgern auf Managementebene und wollen auch, dass diese zur Verantwortung gezogen werden, auch wenn dies bedeutet, dass das Unternehmen gegen die Wand gesetzt wird. Man wird sehen, ob die Arbeitsplätze (die ja auch mit den Hilfen nicht auf ewig sicher wären) oder der verantwortungsbewusste Umgang mit Steuergeldern wichtiger erscheinen werden.

  • Jens sagt:

    Solange Arcandor nicht von Grund auf etwas an ihrer bisherigen Verhaltens- bzw. Umsetzungsweise ändert, wird ihnen auch die Hilfe des Staates nicht weiterhelfen. Hier würde man den Untergang lediglich nach hinten verschieben. Man sollte sich also wirklich Gedanken machen, ob man bei diesem Unternehmen auch in die Staatskasse greifen sollte.

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