Wirtschaftswoche

Durch den Feiertag nur geringfügig unterbrochen, geht eine echte Wirtschaftswoche zu Ende.

Hertie ist am Ende – das ist jetzt amtlich. 2600 Mitarbeiter können ihre Sachen packen. Der erste Akt in der großen Warenhaus-Story des Jahres 2009 ist abgeschlossen. Der Insolvenzverwalter Biner Bähr hat wahrscheinlich seinen vorerst letzten großen Auftrag gehabt.

Arcandor und Metro werden nun versuchen, eine Deutsche Warenhaus AG auf die Beine zu stellen. Bei Arcandor-Chef Eick kam es an Christi Himmelfahrt zu einem Gesinnungswandel – dafür wäre eigentlich Pfingsten der passende Zeitpunkt gewesen. Bis zu 50 Standorte werden dann sicher geschlossen werden müssen. Rund 250 Filialen haben die Galeria Kaufhof und Karstadt im Moment etwa zusammen. Dazu kommen noch die Sporthäuser. Auch wenn die Politik sagt, es gibt kein Geld vom Staat, da Arcandor nicht durch die Wirtschaftskrise in Schieflage geraten ist, muss man das noch lange nicht glauben. An dieser Front bleibt es noch spannend.

Das gleiche gilt für die Geschehnisse um Opel. Drei Bieter stehen im Raum: Fiat, die auch Chrysler übernehmen wollen; Magna mit einem russischen Investor im Hintergrund; der Finanzinvestor Ripplewood. GM hat sich aus der Deckung gewagt und präferiert das Angebot und Konzept von Magna. Die Arbeitnehmer halten wohl die Offerte und das Konzept von Ripplewood am besten. Wer jedoch glaubt, dass die Zahl der Arbeitsplätze gehalten werden kann, ist schief gewickelt. Die Realität könnte so aussehen, dass 10000 der 28000 Opel-Stellen gestrichen werden. Da die Insolvenz von GM täglich droht, bringt sich die Regierung in Stellung, um schnell mit der Staatsbürgschaft einspringen zu können.

Dann wird noch kolportiert, dass möglicherweise nun doch Conti die in Schieflage geratene Schaeffler-Gruppe übernehmen könnte und nicht umgekehrt. Manchmal ist Wirtschaft schon verrückt. Vorher wie nachher.

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