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David Foster Wallace war sicherlich ein sehr schräger Typ. Er ist wohl einer der bedeutendsten Autoren seiner Zeit gewesen, kann man im Netz allenthalben lesen. Diese endete im vergangenen Jahr mit dem Freitod. Demnächst erscheint auf Deutsch posthum sein 1648-Seiten starkes Meisterstück „Unendlicher Spaß: Infinite Jest“.

Bevor man sich jedoch an dieses Werk begibt, ist es sicher sinnvoll auf eine andere Art in die Arbeit des US-Autors einzusteigen. Ich habe mir das Buck „Schrecklich amüsant – aber in Zukunft ohne mich“ gekauft. Wallace hatte den Auftrag vom Harper’s Magazine, eine Story über eine siebentägige Luxus-Kreuzfahrt durch die Karibik zu schreiben. Daraus ist nicht nur eine Story, sondern gleich ein ganzes Buch geworden. Übrigens: Es handelte sich nicht um eine Pressereise. Angeblich hat der Verlag den Platz in einer Außenkabine normal gebucht und bezahlt.

Um es gleich vorweg zu sagen: Mich hat das Buch ein wenig enttäuscht, da ich niemals laut lachen musste, oder lustige Geschichten aus dem Buch weiter erzählt habe. Insofern sind die Werbetexte auf dem Cover etwas zu heftig geraten. Sind aber auch Werbetexte.

Wallace entführt uns auf das Kreuzfahrtschiff Zenith, das er eigentlich von Beginn an Nadir nennt. Der Hotel-Manager heißt Dermatis. Wallace hasst ihn vom ersten Moment an und nennt ihn Dermatitis. Klar, als man auf dem Schiff Spitz bekommt, dass Wallace einen Bericht schreiben wird, wurden alle Informationskanäle geschlossen.

Nicht, dass man mich falsch versteht. Das Buch ist amüsant. Allerdings kann der Autor einen nicht mit völlig abgefahrenen Begegnungen schocken. Irgendwie stellt man sich die Urlauber auf einem Kreuzfahrtschiff genauso vor – selbst wenn man vielleicht nur das Traumschiff aus dem Fernsehen kennt. Natürlich ist es cool, wenn die Leute an der Information fragen, ob man beim Schnorcheln nass wird. Auch die Begegnung mit dem Vakuum-Klo haben schon viele gehabt. Und natürlich überlegt man sich wie es wäre, wenn man mit Haut und Haar im Abwassersystem verschwinden würde. Einigermaßen gespannt habe ich die Episode über das Skeet-Schießen verfolgt. War aber jetzt auch nicht von großen Überraschungen geprägt.

Als Erzähler taugt Wallace schon. Recht lakonisch kommen seine Beschreibungen der Ereignisse daher. Gestört wird der Lesefluss durch die Vielzahl der auch manchmal zu langen Fußnoten. Nicht sehr inspiriert finde ich die chronologische Abhandlung. Das hängt wohl damit zusammen, dass Wallace nach Sichtung seiner Aufzeichnungen einigermaßen spontan entschieden hat, nicht nur einen Aufsatz im Harper’s Magazine abzusondern, sondern auch noch ein kleines Buch zu verfassen.

„Schrecklich amüsant – aber in Zukunft ohne mich“ erhält von mir 5 von 10 möglichen Punkten. Ich werde wohl als nächstes einen Roman von Wallace lesen. Vielleicht hat ja jemand einen Tipp. Anregungen nehme ich gern entgegen.

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