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Gelesen 20: The Story of Stuff

Cover von "The Story of Stuff"Es gibt einfach Bücher, die hinterlassen ein ganz schlechtes Gefühl. Manche Bücher strapazieren die Nerven des Lesers während der Lektüre aufs Äußerste. Manche Bücher sind einfach nur anstrengend und gnadenlos. „The Story of Stuff“ von Annie Leonard ist so ein Buch. Einschränkend muss ich sagen, dass die erste Aussage nicht so ganz richtig ist – und damit wird das Werk mit dem Untertitel „Wie wir die Erde zumüllen“ zu einem ganz wertvollen Sachbuch.

Ja, wir verschwenden Ressourcen. Ja, wir produzieren zu viel Müll. Ja, die Globalisierung hat ihre ganz miesen Seiten. Ja, unsere Wirtschaft ist auf Konsum ausgelegt. Ja, die Werbung hat ihre Schattenseiten. Man hat kaum eine Möglichkeit einmal durchzuatmen. Die 400 Seiten sind dicht gepackt mit Fakten, Daten und Beispielen. Immer wieder deutet die Autorin an, dass es auch Hoffnungsschimmer gibt. Es gibt einen Ausweg. Die Erde muss nicht bis aufs Letzte ausgebeutet werden, Konsum allein macht nicht glücklich.

Annie Leonard zeichnet den Weg der Wertstoffe und Giftstoffe anhand einer Kette von Rohstoffgewinnung über Produktion, Distribution und Konsum bis hin zur Entsorgung nach. Bekannt wurde die Expertin Umwelt und Gesundheitsfragen durch den Internet-Film „The Story of Stuff“, der auch die Grundlage für dieses sehr amerikanische Buch bildet. Der US-Fokus wird allerdings geschickt durch zahlreiche Beispiele und Zahlen aus Europa und vor allem Deutschland ergänzt. Dabei wird auch immer wieder deutlich, dass die Kulturen sich klar unterscheiden – was aber nichts daran ändert, dass die Welt zugemüllt wird, Giftstoffe freigesetzt werden und die Konsumgesellschaft mit ihren geplanten Obsoleszenzen vor allem im Elektronikbereich nicht nur ein Segen ist.

Sehr deutlich arbeitet sie die globalen Zusammenhänge heraus. Sie zeigt, warum die Preise für Produkte niedrig sein können, wenn man Kosten externalisiert. Die Umweltverschmutzung findet mehr und mehr in der kaum entwickelten Welt statt. Und von dieser Verschiebung profitieren die entwickelten Staaten – zumindest kurzfristig.

Bei aller bedrückender Darstellung bekommt die Autorin am Schluss sehr gut die Kurve, um den Leser nicht hilflos und suizidgefährdet aus dem Buch zu entlassen. Sie zeigt am Ende, inwieweit auf politischer Ebene Einfluss genommen werden kann. Und schließlich gibt sie Tipps dafür, wie man in seinem persönlichen Umfeld dazu beitragen kann, dass ein Kollabieren der Erde am Schluss vielleicht doch noch abgewendet werden kann.

„The Story of Stuff“ erhält 8 von 10 möglichen Punkten. Abstriche gibt es für den Anstrengungsgrad und die etwas langatmigeren Passagen. Das Buch verändert. Im Bekannten- und Kolleginnenkreis habe ich davon erzählt – und es werden demnächst einige von ihnen lesen. Verhaltensänderungen haben sie sogar schon nach meinen Darstellungen und der ersten Beschäftigung mit diesem Thema angekündigt.

Annie Leonard, The Story of Stuff, 2010, Econ, 400 Seiten 18 Euro. In Kürze (15.4.2011) erscheint der Titel auch als Taschenbuch bei Ullstein für 9,99 Euro.

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